Gemeinde Bondorf

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Leitfaden für die SprachBILDUNG

Bedeutung der Sprache
Sprache ist die wichtigste Grundlage der Kommunikation mit anderen Menschen, es werden

⇒ Gedanken und Gefühle zum Ausdruck gebracht,
⇒ Bedeutungen vermittelt,
⇒ Erlebnisse verarbeitet,
⇒ Erfahrungen ausgetauscht,
⇒ Wünsche und Begehren kundgetan
⇒ Zusammenhänge verstanden,
⇒ Handlungen geplant.
⇒ Sprache hilft dem Kind, Erscheinungen und Vorgänge der Umwelt zu verarbeiten.
⇒ Es erweitert sich die Begriffswelt
⇒ Sie hilft, sich die Umwelt anzueignen, sie zu verstehen, Erlebnisse und Wahr- nehmungen zu speichern.
⇒ Sprache ermöglicht geistige Überbrückung von Zeit und Raum, Erfahrungen bleiben durch die Sprache gegenwärtig.
⇒ Durch Sprechen und Sprache nimmt das Kind Kontakt zu seiner Umwelt auf, stellt Beziehungen zu anderen Menschen her.
⇒ Über die Sprache wird das Kind mit den Sichtweisen seiner Umwelt, den Normen und Werten seines Kulturkreises vertraut gemacht. Dadurch werden sein Selbstbild und sein Bild von der Welt Entscheidend beeinflusst.
⇒ Durch Sprechen und Sprache äußert, erkennt und verarbeitet das Kind seine Gefühle, Wünsche, Bedürfnisse und Vorstellungen. Es lernt, mit seinen Gefühlen umzugehen, sie zu verarbeiten, sich in sein soziales Umfeld einzuordnen.
⇒ Sprache gibt Kindern über Literatur, Märchen, Bilderbücher und Erzählungen einen Einblick in eine Welt der Phantasie. Spannungen können miterlebt werden und Lösungsmöglichkeiten für eigene Probleme gefunden werden.

Das Problem der Altersnorm

In der Regel erwerben alle (sprach-)gesunden Kinder die gleichen Elemente von Sprache. Allerdings kann die sprachliche Entwicklung in ihrer zeitlichen und inhaltlichen Dimension sehr unterschiedlich verlaufen.
Die Verwendung von Altersnormen ist daher eine zweischneidige Angelegenheit.
Auf der einen Seite helfen Altersnormen die Entwicklung und Fähigkeiten eines einzelnen Kindes mit den typischen Entwicklungsverläufen von Kindern einer bestimmten Altersstufe zu vergleichen. Auf der anderen Seite müssen sich Fachkräfte und Eltern darüber im Klaren sein, dass Normen nur Durchschnittswerte anzeigen.

Gemeinsame Ausgangspunkte

Im Bereich der Sprachentwicklung gibt es ein breites Spektrum von Ansätzen und Theorien, die den Erwerb von Sprache erklären, sich jedoch teilweise grundlegend voneinander unterscheiden. Trotz dieser Fülle und Unterschiedlichkeit gibt es unter den Forschenden gewisse gemeinsame Ausgangspunkte.

1. Die Sprache ist humanspezifisch und hat eine biologische Basis.
2. Das Kind ist für den Spracherwerbsprozess vorbereitet.
3. Ohne eine sprachliche Umwelt wäre der Erwerbsprozess nicht möglich.
4. Die inneren Voraussetzungen des Kindes und die äußeren Faktoren müssen im Sinne einer gelungenen Passung zusammenwirken.

Aus den Grundvoraussetzungen kann geschlussfolgert werden, dass die Sprachentwicklung multifunktionell ist und eingleisige Ansätze somit nicht greifen. Dies bedeutet, dass Spracherwerb und Sprachentwicklung nicht allein aufgrund einzelner Theorien oder Ansätze – wie beispielsweise der Lerntheorie oder der Position, dass Sprache dem Menschen angeboren ist – erklärt werden kann. Der Spracherwerb ist ein komplexer Prozess, der nur bei einem gelungenen Zusammenspiel aller Elemente Umweltbedingungen, Interaktion, biologische Basis usw. – erfolgreich verlaufen kann.

Wie wird Sprachbildung in den Bondorfer Kindergärten umgesetzt?

Unsere pädagogische Arbeit richtet sich nach den Zielen des „Orientierungsplans
für Bildung und Erziehung für die baden-württembergischen Kindergärten“. Kindergärten haben neben den Aufgaben der Erziehung und Betreuung auch einen Bildungsauftrag, der sich an den Bedürfnissen der Kinder orientiert. Die ersten Lebensjahre und das Kindergartenalter sind die lernintensivste Zeit im menschlichen Dasein. Die Bildungsarbeit in Kindergärten ist eine zentrale Aufgabe. 
Der Orientierungsplan berücksichtigt folgende Bildungs- und Entwicklungsfelder:

1. Körper
2. Sinne
3. Sprache
4. Denken
5. Gefühl und Mitgefühl
6. Sinn, Werte und Religion.

Alle Kinder im Kindergarten haben von Anfang an ein Anrecht auf Sprachbildung und Sprachförderung und damit auf gezielte Erweiterung ihres Sprachvermögens. Dazu brauchen sie eine sprach anregende Umgebung, Bücher, Kinderzeitschriften, vor allem aber Menschen, die mit ihnen reden, singen und ihnen Geschichten erzählen und vorlesen. Für eine Kommunikation untereinander über Raum- und Zeitgrenzen hinweg brauchen wir auch Bilder, Zeichen und Schrift. Mit der Schrift lässt sich
die gesprochene Sprache „buchstäblich“ festhalten und ermöglicht so Bedeutung Wissen und Erfahrungen zu fixieren und auszutauschen. Deshalb werden Kinder ermuntert, viele verschiedene Mal- und Schreibutensilien zu benützen, Zeichen und Schriften zu erfinden und ihre Bilder mit ihren eigenen Schriftzeichen, Buchstaben und Zahlen zu verstehen. Sprachförderung im Kindergarten wird nicht als isoliertes Sprachtraining verstanden, sondern als gezielte Erweiterung der Sprachkompetenz durch in den Alltag integrierte sprachanregende Angebote.

• Individuelle Sprachbildung mit Beginn des Kindergartens ab 3 Jahre
• Sprachbildung findet alltagsintegriert und praktisch statt
• Alltägliche Handlungen und Ereignisse, bei Bedarf z.B. beim Anziehen oder beim Essen....

Was Kinder brauchen, damit sich die Sprache gut entwickelt

• Vertrauensbasis schaffen ⇒ erste Kontakte werden geschaffen
• Wechselnde Angebote in verschiedenen Bereichen ⇒Spaß und Abwechslung motivieren zum Sprechen
• Regeln – Regelmäßigkeiten – Rituale ⇒ Wiederholungen festigen und geben Sicherheit
• Wir holen das Kind da ab, wo es steht ⇒ zur Entfaltung seiner Sprachkompetenzen
• Kooperation ⇒ Austausch in gewissen Abständen mit: Erzieherinnen, Eltern, Fachkräften für Sprachbildung, Fachberatung

Ziele der Sprachbildung

• Kinder erweitern und verbessern ihre nonverbale und verbale Ausdrucksfähigkeit
• Kinder erweitern in der Verknüpfung von Sprache mit Musik, rhythmischen Sprechen und Bewegung ihre Sprachkompetenzen
• Kinder nutzen Sprache um mit anderen zu kommunizieren, eigene Ziele zu erreichen und mit ihren Mitmenschen zu leben
• Kinder mit einer anderen Herkunftssprache erwerben Deutsch als Zielsprache und bauen sie aus
• Kinder erfahren unterschiedliche Sprachen als Ausdrucksmöglichkeit und Reichtum
• Kinder lernen Schrift als alltäglichen Teil ihrer Lebensumwelt kennen und setzen sie ein

Modell der Sprachentwicklung - Der Sprachbaum

Ein schönes Modell zur Verdeutlichung des Zusammenhangs von Sprachentwicklung
und Sprachbildung ist der „Sprachbaum“ von Wolfgang Wendland.

Die Erde
Die Erde, in der der Baum wächst, steht für die Lebensbedingungen, in die ein Kind hineingeboren wird. In einer gesunden, weichen, nährstoffreichen Erde kann der Baum leichter wachsen, als im sandigen oder steinigen Untergrund.

Die Wurzeln

Die Wurzeln, die in die Erde hinein wachsen, symbolisieren die genetischen und körperlichen Fähigkeiten eines Kindes. Dazu gehören die Sinne, die Grob- und Feinmotorik, aber auch das Denkvermögen und der Charakter. Durch Wärme, Wasser und Licht, also durch intensive
kommunikative und emotionale Zuwendung, kann die Qualität der Erde verbessert werden, was eine Kräftigung der Wurzeln zur Folge hat.

Der Baumstamm
Je intensiver das Kind gefördert und unterstützt wird, desto stabiler kann sich der Baum in der Erde verankern. Aus den Wurzeln wächst der Baumstamm, in den Sprachverständnis und Sprechfreude und die Sinnverarbeitung die stabile Basis als Voraussetzung für die Äste bilden, die mit ihren Verzweigungen sprachliche Teilleistungen, wie Wortschatz, Grammatik und Artikulation symbolisieren. 

Äste und Früchte
Je kräftiger der Stamm, desto kräftigere und zahlreichere Äste und Früchte kann der Baum tragen. Eltern, Erzieher und andere Bezugspersonen können durch Liebe, kommunikative Zuwendung und Förderung, symbolisiert durch die Gießkanne und die Sonne, das Wachsen und Gedeihen der Bäume, bzw. die Sprachentwicklung der ihnen geschenkten oder anvertrauten Kinder unterstützen und Defizite ausgleichen.


Sonne und Wasser
Das wichtigste überhaupt, das ein Kind zum Entwickeln seiner Sprache braucht, ist Liebe und sprachliche Zuwendung. Nur ein Kind, das geliebt wird und mit dem gesprochen wird, entwickelt das Bedürfnis sich auch anderen Menschen zu öffnen.

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